Aus der Chronik der
Krieger- und Soldatenkameradschaft Surberg
Gegründet 1836
(Fassung für die Festschrift des 175. Gründungsfestes 2011)
„Im Jahre 1836, dem 24. Februar, vereinigten sich bei 20 beabschiedete Soldaten, indem sie an genanntem Tage jährlich ein hl. Amt halten ließen; zugleich wurde für einen Jeden aus Ihnen nach seinem Tode ein hl. Seelenamt bezahlt.“
Von diesem Ursprunge an bis zum Jahre 1866 stieg die Zahl der Mitglieder auf 80, wo zum ersten Male ein größeres Fest gefeiert wurde, nachdem die Krieger aus dem damaligen Feldzuge zurückgekehrt waren. Vor dem Jahre 1866 stand der Verein in keiner besonderen Blüte. Es fehlte an der straffen Organisation. Da es auch nur wenige Krieger waren, fiel der Verein nicht auf. Er hatte auch keine eigene Vorstandschaft und keine Fahne. Mit dem Jahr 1896 änderte sich das Bild jedoch vollständig. Im Verein begann neues Leben zu pulsieren. Das führte 1870 zu einer Neugrundlegung des Vereins. Dies wurde von den alten Mitgliedern nicht gerade begrüßt, da sie es als unbequeme Neuerung empfanden.
Am Vereinsfeste des Jahres 1869 wurde der Antrag gestellt, eine Vereinsfahne zu errichten; am Osterdienstag des Jahres 1870 wurde diese Fahne angeschafft und erst, da in dieser Zeit der französische Krieg ausbrach, am 29. September als fertig erhalten.
Nun wurden Protokoll und Statuten verfasst, an das Königliche Bezirksamt Traunstein eingesandt und um deren Bewilligung nachgesucht, die auch bald erfolgte.
Der Krieg mit allen seinen Schrecknissen ging zu Ende, der Friede erfolgte; aber unsere tapferen Helden kehrten erst nach Verlauf eines vollen Jahres in die Heimat zurück.
Der so lang ersehnte Tag des Wiedersehens brachte das große Fest immer näher: die Fahnenweihe, welche am Sonntag den 30. Juli 1871 in Lauter feierlichst gehalten wurde.
Beim alten Verein vor 1866 trat besonders Rupert Sturm, Maurer in Sur, hervor. Er dürfte der Gründer gewesen sein, da er das Kommando führte.
Mit eigenen gelben Stiefeln und Hut rückte er zum Veteranentag aus. Vom damaligen Verein sind noch alte Soldaten bekannt, die jedenfalls als Gründungsmitglieder von 1836 in Frage kommen dürften.
So: Voitswinkler Mathias, Bauer von Baumgarten, Ober Peter von Vordereck, Einsiedler Franz, Koller in der Oed, Holnaicher Johann von Dipoldstatt, Haberlander Johann von Brucklehen, Hofmann Josef von Kohlbichl.
Sie hatten alljährlich ein Amt am 24. Februar, am Matthiastag.
Man nannte die Mitglieder des damaligen Vereins die „Hütler“, weil sie eigene Hüte trugen, auf denen weiß-blaue Schnüre waren.
Von 1866 trat als Vorstand Michael Holzschneller auf, bis 1903 (gestorben 1917). Holzschneller blieb Ehrenvorstand. Der Ausschuss bestand aus: Hofmann Josef Kohlbichl, Lohwieser Georg Vorderkapell, Stefan Bauer Ried, Aicher Sebastian und Wimmer Johann Hinterkapell.
Holzschneller blieb bis zu seinem Tode im Jahr 1917 Ehrenvorstand. Während seiner Amtszeit wurde die zweite Vereinsfahne angeschafft, welche im Jahre 1890 geweiht wurde.
Nach Holzschneller übernahm 1903 Georg Lohwieser, Bauer in Vorderkapell das Amt des Vorstandes. Als am 1. August 1914 der Weltkrieg ausbrach, wurde er sofort zu den Waffen gerufen. Seine Stelle übernahm der Kassier Johann Wimmer, Bauer in Hinterkapell. Als auch er 1915 wieder den Waffenrock anziehen musste, übernahm Franz Rothmeyer, Bauer von Spiegelsberg, kommissarisch das Amt des Vorstandes. Zugleich verwaltete er auch die Vereinskasse in gewissenhafter Weise.
Nach Kriegsende übernahm Georg Lohwieser wieder das Amt des ersten Vorstandes und Johann Wimmer wieder die Kassenführung. Georg Lohwieser stellte im Jahre 1919 sein Amt zur Verfügung. Alois Huber, Bauer in Schönau, wurde sein Nachfolger. Doch bereits im Jahre 1922 stellte Huber sein Amt aus Altersgründen wieder zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Mathias Ramstötter, Bauer in Wimm. 2.Vorstand wurde Josef Schmid, Bauer in Lauter. Auch Kassier Johann Wimmer kandidierte nicht mehr. Seinen Posten übernahm Johann Bauer in Hinterried.
Am 8.Mai 1922 wurde das, für die gefallenen des Weltkrieges errichtete Ehrenmal eingeweiht. Auf Anregung des Kassiers Johann Bauer wurde beim Vereinsfest am 21.April 1929 der Beschluss gefasst, nach nun schon 93-jährigem Bestehen des Vereins, ein Buch anzulegen, in dem die Ereignisse des Vereinslebens festgehalten werden sollen. Zum 1. Schriftführer des Vereins wurde der Lehrer Siegfried Ried gewählt. Ab diesem Zeitpunkt sind wir nicht mehr auf die nur spärlichen Eintragungen im Rechenbuch des Militärvereins von 1870 angewiesen. Doch schon nach nur fünfmonatiger Tätigkeit als Schriftführer musste Siegfried Ried sein Amt zurückgeben. Er wurde als Schulleiter nach Eichetsried versetzt. Durch seine Mühe und seinem Fleiß ist es ihm gelungen, in dieser Chronik noch vieles von der Entstehung des Vereins niederzuschreiben. Sein Nachfolger wurde im Frühjahr 1930 Martin Helminger, Bauer in Vorderstraß.
Am 11. und 12. Juli 1936 beging der Verein das 100-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe.
Bei Ausbruch des 2.Weltkrieges am 1.September 1939 wurde keines der Vorstandsmitglieder einberufen, da sie für den Kriegsdienst schon zu alt waren. Als am 8. Mai 1945 der Krieg durch eine bedingungslose Kapitulation sein Ende fand, waren die Folgen verheerend. Allein 69 Gefallene und 26 Vermisste mussten wir beklagen. Dazu kamen noch 19 Gefallene aus den Reihen der Heimatvertriebenen.
Am 4. November 1945 fand in der Pfarrkirche Surberg die herkömmliche Kriegergedächtnisfeier statt. Trotz eines Verbotes der amerikanischen Besatzungsmacht marschierten die Mitglieder des Vereins unter Vorantritt der Musikkapelle Oberteisendorf in die Pfarrkirche, um ihrer gefallenen und verstorbenen Mitglieder zu gedenken. Nach dem Gottesdienst hielt Pfarrer Wachinger ein feierliches Libera vor dem Kriegerdenkmal.
Anschließend fand im Gasthaus Surberg die Generalversammlung statt. Die alte Vorstandschaft stellte ihre Ämter zur Verfügung, um jüngeren Kräften Platz zu machen. Die anschließende Neuwahl brachte folgendes Ergebnis:
Der bisherige Vorstand wurde einstimmig zum Ehrenvorstand ernannt.
Am 9. Oktober 1955 wurde das neu errichtete Ehrenmal eingeweiht, da das alte Kriegerdenkmal abgerissen wurde, weil es keine Erweiterungsmöglichkeit bot.
Am 27. und 28. Mai 1961 feierte der Verein das 125-jährige Gründungsfest. Zu diesem Fest wurde die schon ziemlich ramponierte Fahne aus dem Jahre 1936 restauriert und wieder geweiht. 37 Vereine nahmen an dieser Feier teil. Bei der Generalversammlung am 24. April 1977 kam vom Schriftführer die Anregung, die erste Vereinsfahne von 1870 restaurieren zu lassen. Spontan spendete ein Mitglied für dieses Vorhaben 100 DM. Die Fahne wurde von der Fahnenstickerei Schmid, Bad Reichenhall, restauriert und beim Jahrtag am 13. Mai 1979 wieder geweiht.
Am 16. und 17. August 1986 wurde anlässlich des 150-jährigen Gründungsfestes ein Festgottesdienst gefeiert, bei dem eine neue Vereinsfahne geweiht wurde. 51 Vereine nahmen an diesem Fest teil.
1987 wurde die Vorstandschaft neu gewählt, die nun nur aus Reservisten bestand:
Großer Beliebtheit und Anteilnahme erfreuen sich die, vom Verein 1987 eingeführten Vereinsmeisterschaften im Kleinkaliberschießen und das Drei-Vereineschießen mit dem Patenverein Neukirchen, der Kameradschaft Wonneberg und der Kameradschaft Surberg.
1988 wurde die Vereinsfahne von 1890 von einem Mitglied des Vereins stabilisiert und in Glas gepresst. Sie hängt derzeit im Pfarrheim Surberg.
1988 wurde die Vereinsfahne von 1936 nochmals von der Fahnenstickerei Maier in Marquartstein restauriert.
1988 wurden Ambros Wagner zum Ehrenvorstand, sowie Johann Schallinger und Karl Wimmer zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Gleichzeitig gab sich der Verein eine neue Satzung, welche von der neuen Vorstandschaft ausgearbeitet war.
Am 25.März 1990 richteten wir die Gauversammlung der vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiemgaus und des Rupertigaus aus.
Vom 3. bis 12. August 1990 richtete unsere Kameradschaft mit den anderen Surberger Ortsvereinen die Festwoche „1200 Jahrfeier der Gemeinde“ aus.
23. November 1990: Unser Mitglied Pfarrer Karl Stadler wird Ehrenmitglied.
Vom 28. bis 31. Mai 1992 wurde erstmals gemeinsam mit dem Burschenverein und der Feuerwehr das Lauterer Maifest abgehalten. Diese Veranstaltung findet jährlich statt.
Zu einem Höhepunkt hat sich das Weinfest entwickelt, das bis über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist.
Seit 1993 wird eine Maiandacht in Schineck abgehalten.
Vom 11. bis 19. Mai 1996 wurde in einer gemeinsamen Festwoche mit dem Sportverein das 160-jährige Gründungsfest in einem würdigem Rahmen gefeiert.
Zu diesem Fest konnten wir 57 Vereine begrüßen. Die Patenschaft hatte die Krieger- und Soldatenkameradschaft Neukirchen übernommen.
12. November 2004: Beerdigung von Ehrenvorstand Ambros Wagner. Mit weiteren 8 Fahnenabordnungen von Krieger- und Soldatenkameradschaften aus den angrenzenden Gemeinden und den Gaufahnen des Chiem- und des Rupertigaus begleitete unsere Fahne den Ehrenvorstand auf dem letzten Erdenweg.
Am 13. März 2005 richteten wir die Gauversammlung der vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiem- und Ruperigaus in der Surtalhalle aus.
Am 16.November 2008 wurde Martin Pigler zum Vorstand gewählt. Er löste Johann Aicher ab, der sich nicht mehr zur Wahl stellte und in der Versammlung zum Ehrenvorstand ernannt wurde.
Die Vorstandschaft setzt sich 2011 wie folgt zusammen.
(Quelle: Festschrift „175 Jahre Krieger- und Soldatenkameradschaft Surberg“ Link zum PDF)